Der 75 Meter hohe Turm H1 vereint den Erschliessungskern und den Gebäudesockel aus Stahlbeton mit einem leichten Holzaufbau. Die 21 darüber liegenden Wohnetagen basieren hingegen auf einem Hybridsystem: Die Betondecken ruhen auf einer vorgefertigten Holzkonstruktion aus Pfeilern, Balken und Aussenwänden.
Der massive Sockel, der von Betonpfeilern getragen wird, bildet den „Tisch“, auf dem die Holzkonstruktion aufgebaut ist. Dadurch erscheint die Logik der Tragwerkgestaltung des Gebäudes deutlich lesbar und markant. Die Fassade wird durch rötliche Metallprofile rhythmisiert und durch Variationen der Fensteraufteilung belebt, die die Organisation der Innenräume widerspiegelt.
Die in die Brüstungsverkleidung integrierten Photovoltaikmodule erzeugen Strom und spenden der Fassade Schatten. Zusammen mit der grossen Photovoltaikanlage auf dem Dach produzieren sie bis zu 130.000 kWh pro Jahr und decken damit etwa die Hälfte des Energiebedarfs der Wohnungen.
Pro Wohnetage sind sechs bis acht modulare Wohnungen um einen zentrischen Stahlbetonkern angeordnet. Die Eckwohnungen profitieren von einer doppelten Ausrichtung und viel Tageslicht. Die modulare Holzkonstruktion ermöglicht zudem eine grosse Flexibilität in der horizontalen und vertikalen Anordnung der Wohnungen. So entsteht ein nachhaltiges, anpassungsfähiges und strukturell ausdrucksstarkes Hochhaus, das das städtische Wohnen im Regensdorfer Zwhatt-Areal neu definiert.

Das Quartier Zwhatt in Regensdorf, das auf dem ehemaligen Industriegelände Gretag entstand, ist eines der grössten Stadterneuerungsprojekte im Kanton Zürich. Das Areal wurde in ein gemischt genutztes, klimaneutrales Stadtquartier umgestaltet, das bezahlbaren Wohnraum, Gewerbeflächen und Dienstleistungen bietet. Langfristig soll Zwhatt die drei bestehenden Quartiere von Regensdorf zu einem gut strukturierten, mittelgrossen Stadtzentrum zusammenführen. Quelle: Boltshauser Architekten AG.

Das Gebäude präsentiert sich von aussen in einem Rotton, der mit dem benachbarten Turm des Architekturbüros Märkli im Dialog steht. Die Innenräume sind hingegen durch natürliche und dezente Farben geprägt. © Kuster Frey.

Die Photovoltaikelemente dienen auch als Sonnenschutzvorrichtungen (Brise-Soleil) und reduzieren so die Überhitzung der Innenräume. Gleichzeitig lassen sie natürliches Licht einfallen und geben den Blick nach draussen frei. Quelle: Ruch AG.
| Energieertragsfläche | 242 m² | 1’485 m² |
| Wirkungsgrad | ca. 35% | ca. 22% |
| Nominalleistung | 54 kWp | 188 kWp |
| Bauart | Flachdach | Brise-Soleil |
70 % für das Gebäude selbst, 100 % für den ZEV-Bereich (0 % Einspeisung ins Netz)

Die Fassadenelemente aus Aluminium und Stahl vereinen Präzisionsarbeit mit Photovoltaikmodulen, die Strom erzeugen und dem Innenraum gleichzeitig als Brise-Soleil Schatten spenden. Quelle: Ruch AG.
Das Hochhaus H1 ist als Hybridkonstruktion aus Holz und Beton konzipiert und vereint Materialeffizienz mit geringer Umweltbelastung. Der Kernbereich mit Treppen und Aufzügen, der Sockel sowie die Deckenplatten bestehen aus Stahlbeton. Dadurch sind strukturelle Steifigkeit, Feuerbeständigkeit und Schalldämmung gewährleistet. Die tragenden Pfeiler, die niedrigen Träger und die Fassadenelemente bestehen hingegen aus vorgefertigten Holzkomponenten, die eine schnelle Montage auf der Baustelle und eine hohe Ausführungsgenauigkeit ermöglichen.
Im Vergleich zur herkömmlichen Massivbauweise reduziert das Hybridsystem die CO₂-Emissionen um etwa 20 Prozent. Über einen Lebenszyklus von 60 Jahren entspricht dies einer Einsparung von rund 670 Tonnen.
Die Fassaden sind als vorgefertigtes, hinterlüftetes System mit Holzkonstruktion konzipiert. Die Aussenverkleidung besteht aus gebogenen, verzinkten Stahlblechen, die an einer hinterlüfteten Unterkonstruktion befestigt sind. Hinter der Windschutzbarriere und der Gipsfaserverkleidung sorgt eine mit Mineralwolle gefüllte Holzkonstruktion für den primären Wärmeschutz. Eine Innenverkleidung aus Gipsfaserplatten vervollständigt die Konstruktion und gewährleistet Feuerbeständigkeit und Formstabilität.

Der oft als Redwood bezeichnete Turm verdankt seinen Namen dem warmen Rotton der Metallfassade, der an die natürliche Farbe des Redwood-Holzes erinnert. Der Architekt liess sich sowohl hinsichtlich der Materialauswahl als auch hinsichtlich des strukturellen Konzepts des Gebäudes von den majestätischen nordamerikanischen Redwood-Bäumen inspirieren. © Kuster Frey.
CREDITS
Fotos: Kuster Frey. Alle Rechte vorbehalten ©. Das Kopieren oder Reproduzieren der Bilder in jeglicher Form ist ohne ausdrückliche Genehmigung untersagt | Technische Zeichnungens: Boltshauser Architekten AG.















